Lötlampen / Blowtorches

Lötlampen, oder auch Heizlampen genannt, gibt es bis heute von unterschiedlichsten Firmen.

Früher mit Benzin oder Petroleum betrieben, heute dafür eher mit Gas.

Ich habe mich bei meinem Sammelgebiet auf Produkte von Vulcano beschränkt. Allein hier ist es schon erstaunlich, was diese Firma alles für verschiedene Modelle im Programm hatte.

 

Vulcano war die Marke von der Firma Ernst Hähnel, gegr. 1885 in Heidersdorf/Sachsen.

Nach 1945 war das Unternehmen als Lötkolben und Lötapparatefabrik Ernst Hähnel GmbH in Lüdenscheid/Westf. ansässig.

 

In den 50er Jahren übernahm Vulcano dann auch die Lötlampenproduktion von Enders, deshalb gibt es teilweise identische Modelle von beiden Herstellern und sogar gemeinsame Aufkleber mit beiden Firmennamen.

 

 

 

Meine Sammlung umfasst derzeit 13 Vulcano-Modelle: 272, 281, 283, 311/268, 423, 424, 431, 432, 501, 522, 532, 543, 552, 571 und 2842.

 

 

Vulcano 272

Die 272 ist eine sehr kleine und leichte Lötlampe mit einfachem Blechgriff in den zum platzsparenden Transport das Flammrohr eingeclipst werden kann.

 

Der mit Vulcano Alemania Logo gemarkte Messingtank fasst 0,2 Liter Benzin und wird über eine Bodenschraube befüllt.

Der Tank besitzt ein Überdruckventil, aber keine Pumpe.

 

Nach zweimaligem Vorheizen mit Spiritus und etwas Fremdnachhilfe lief die kleine ordentlich mit Benzin.

 

 

Vulcano 281

Diese Vulcano ist eigentlich eine Enders - Vulcano. Es fehlen die typischen Merkmale der Vulcano-Lötlampen: Beschriftetes Handrad, Tankprägung, Griffendkappe.

Einzig der Tankverschluss ist gemarkt und der Aufklaber anstelle eines Schildchens im Griffrahmen weisen die Löla aus Vulcano aus.

Ich bekam sie mit Ersatzteilen im Griff, die Pumpdichtung wurde auch benötigt.

Nach etwas Reinigung und Überprüfung lies sie sich gut in Betrieb nehmen.

 

 

Vulcano 283

Dies ist die grössere Variante der vorherigen Lötlampe. Sie entspricht der Bauart, wie sie unter dem Markennamen "Enders Vulcano" vertrieben wurde.

Das Modell ist, wie immer im Griff mit einem Aufkleber markiert.

 

 

Vulcano 311/268

Dies ist eine Lötlampe der besonderen Art.

 

Der Tank (0,25 Liter) mit Pumpe befindet sich im Griff, vorne gibt es eine massive Kupferspitze zum Weichlöten.

 

Die  Lötlampe war NOS, also ungebraucht aber mit deutlichen Lager- und Altersspuren, hat sich aber sofort problemlos in Betrieb nehmen lassen.

Schliesslich habe ich nochmal eine solche Lötlampe bekommen, komplett mit Originalverpackung und Zubehör.

Wirklich in schönem Zustand.

 

 

 

Vulcano 423

Noch nicht aufgearbeitet, aber noch in brauchbarem Zustand, sogar mit Werkzeug im Hohlgriff.

 

 

 

 

Vulcano 424

Die 424 ist die Schwester der 423 mit geradem Flammrohr.

Sie war meine erste und hat lange zerlegt auf ihre Aufarbeitung gewartet (siehe Fotos)

 

Nachdem ich aus einer Schlachtlötlampe ein paar Ersatzteile gewonnen (Graphitpackung, Pumpbodenventil) und einen neuen Docht (Gewehrreinigungsdocht) installiert habe, konnte ich sie ausprobieren.

Nach dem Vorheizen lief sie problemlos an.

 

 

 

Vulcano 431

Diese Vulcano 431 hat ein Flammrohr, das schräg nach oben gerichtet ist.

Sie ist derzeit noch in unrestauriertem Zustand.

 

 

Vulcano 432

Die grössere Schwester vom Tankvolumen her, als die 424. Ansonsten baugleich.

Benötigt noch etwas Zuwendung, bevor sie läuft.

 

 

 

Vulcano 501

Die Vulcano 501 ist eine der kleinsten Lötlampen überhaupt, eine sogenannte Taschenlötlampe.

Wofür sowas gut gewesen sein soll entzieht sich meiner Kenntnis, aber sammelnswert ist das putzige Ding auf jeden Fall.

 

Beide Haltebügel sind Klappbar, das Flammrohr ist abschraubbar und man kann die Düse dann mit einem Schraubverschluss abdichten.

 

 

 

 

Die Lötlampe besitzt keine Pumpe, sie funktioniert rein nach dem Vergaserprinzip nach gutem Vorheizen mit Spiritus.

 

 

Vulcano 522

Die 522 ist eine mittelgrosse Lötlampe aus dem Hause Vulcano Alemania.

Sie besitzt eine grosse separate Vorwärmschale und eine Pumpe.

 

Als Beweis für die Verflechtung von Enders und Vulcano findet sich ein grosser roter Aufkleber mit beiden Firmennamen auf dem Tank.

 

Dieses Exemplar muss noch etwas  überarbeitet werden, bevor es in Betrieb geht.

 

 

Vulcano 532

Die 532 ist eine Lötlampe mittlerer Grösse unter den Vulcano Lötlampen.

Sie kommt aus Bundeswehrbestand und hat nach kurzer Reinigung und Dichtheitscheck den Funktionstest bestanden.

 

Das "Geweih" auf dem Windschutz diente dazu, einen Stab mit Kupferspitze einzuhängen, der so vorgeheizt und dann zum Weichlöten verwendet wurde.

 

 

 

Vulcano 543

Fotos und Text folgen

 

 

Vulcano 552

Der etwas kleinere Bruder der 571 ist diese stattliche Lötlampe.

Ich bekam sie in ungebrauchtem Zustand (NOS) von einem Forumskollegen angeboten.

 

Ich habe sie etwas überholt, alle Dichtungen geprüft, bzw. getauscht und dann nach gutem Vorheizen in Betrieb genommen.

 

 

Vulcano 571

Diese stattliche, über 30 cm grosse Lötlampe ist sozusagen das Gegenstück der 501 darüber.

Der Tank fasst 2 Liter Benzin für fast unbegrenzten Lötspass.

 

Nachdem  ich Dichtpapier und Dichtgummi bekommen habe, sowie passendes Werkzeug, konnte ich die Löla rundumerneuern. Mit neuen Dichtungen heizt es sich besser.

Vollgetankt, vorgewärmt und aufgedreht, das riesige Lötmonster faucht wie eine Düsenjägerturbine.

 

 

Vulcano 2842

Diese Vulcano ist auch eine Benzin-Lötlampe mit Klappgriffen.

 

ich bekam sie im Tausch von einem Sammlerkollegen. Ausprobiert habe ich sie noch nicht.

 

 

Unbekannte Vulcano Lötlampe

Mein neuster Zugang ist diese unbekannte Vulcano Lötlampe.

Sie hat, für Vulcano völlig untypisch, eine externe Pumpe im senkrechten Griff.

Diese Bauform hat sonst z.bB. immer Sievert verwendet.

 

Dass Die Löla so original gebaut wurde, spricht die Markung auf dem Tank und den passenden Kunststoffknöpfen.

 

Leider findet sich keine Modellbezeichnung an der Lötlampe.

 

 

 

 

 

Vulcano Schmelzofen

Dieser petroleumbetriebene Schmelzofen ist eigentlich nichts anderes, als eine Senkrechtlötlampe.

Unter der Verkleidung befindet sich ein senkrecht angebauter Lötbrenner, der wie die anderen Lötlampen mit Spiritus vorgeheizt werden muss.

Auch die Elemente wie Handrad, Tankverschluss, Pumpe, sind diesselben, wie bei den Lötlampen.

 

Oben ist ein Teller befestigt, auf dem der Schmeltiegel unter einer Haube erhitzt wurde.

 

Vermutlich wurde dieser Ofen auf dem Bau verwendet, um Vergussmaterialien , wie Blei oder Dichtungsmassen zu verflüssigen.

 

Der Schmelzofen war NOS, also ungebraucht mit Lagerspuren und lief problemlos nach dem Vorheizen an.

 

 

VEB Mewa Heidersdorf Typ 52

Diese Lötlampe stammt aus der DDR und wurde im Nachfolgebetrieb der Fa. Hähnel in Heidersdorf, der jetzt VEB Mewa (Metallwaren) Heidersdorf heisst, gebaut.

Sie ist auf divesen Bauteilen mit "VEB  Heidersdorf" gemarkt und hat einen Aufkleber mit "Mewa" auf dem Tank.

So gesehen ist sie eine Cousine der Vulcano-Lötlampen aus Westdeutschland.

 

Im Griff befand sich noch eine Bedienungsanleitung, aber leider keine Ersatzteile mehr.

 

Man musste sie nur etwas reinigen und betanken und schon lies sie sich starten.

 

 

Missler K5512 / 3 (Barthel)

Keine Vulcano, aber ein "must have" für den Sammler.

Die renommierte grosse Lötlampe "System Missler" war die Standartlötlampe der Wehrmacht im 2. Weltkrieg zum Vorheizen der Fahrzeugmotoren.

Sie wurde von verschiedenen Herstellern gebaut, meine stammt von Gustav Barthel.

 

Ich bekam die in Superzustand, nur mit Flugrost und komplett mit Trichter und Ersatzteilset im Griff.

 

Nach kurzer Überprüfung, die Dichtungen waren noch okay und etwas Düse reinigen, konnte ich das olivgrüne Monster in Betrieb nehmen.

 

 

 

Ersatzteilkasten für Vulcano-Lötlampen

Durch Zufall bekam ich diesen Ersatzteilkasten für Vulcano-Lötlampen angeboten. Dise Kästen waren früher für Fachhändler, damit diese Wartungen an den Lötlampen vornehmen konnten.

Der Kasten ist schön aus Holz gefertigt und noch recht gut gefüllt.